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Handwerk
Artikel in der WAZ Gelsenkirchen vom 04.01.2012
Gelsenkirchen. Christian Richter zählt zum kleinen Kreis der öffentlich bestellten Sachverständigen fürs Dachdeckerhandwerk. Seinen Dachdecker-Kollegen , denen er mit seiner Tätigkeit als Gutachter mitunter auch mal Probleme bereiten kann, bringt er aber viel Verständnis entgegen.
Wenn Christian Richter einem auf’s Dach steigt, dann hat das seinen guten Grund. Der 41-Jährige ist seit dem 21. Dezember öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk und damit einer von nur 200 solcher Sachverständigen in der gesamten Republik, die sich durch besonders Fachwissen in ihrem Beruf auszeichnen und von der Handwerkskammer geprüft werden.
„Die Tätigkeit als Sachverständiger ist sehr vielseitig. Dazu gehört auch eine Fortbildungsverpflichtung und bereitet mir deshalb so großen Spaß“, sagt Richter, der eigentlich als Betriebsleiter bei einem mittelständischen Unternehmen in Mülheim angestellt ist. 1986 begann er seine Lehre in Bochum, seit 1999 ist er Dachdeckermeister. „Ich finde es wichtig, auch noch in dem Beruf zu arbeiten, sonst verliert man den Bezug zur täglichen Routine auf den Baustellen“, erklärt Christian Richter.
2005 entdeckte er dann die Tätigkeit als Sachverständiger für sich. Zunächst als Freiberufler auf diesem Gebiet tätig, ist er nun Ansprechpartner vor allem für Gerichte, die im Zuge eines Rechtsstreits eine Experten-Einschätzung brauchen.
„Für ein Gutachten benötige ich schon mal drei bis vier Wochen, dazu gehört natürlich ein Ortstermin, am besten auch mit dem ausführenden Dachdeckerbetrieb, und ziemlich viel Schreibarbeit“, erklärt Richter. 70 bis 100 DIN-A4-Seiten kann dann das fertige Schriftstück schon mal haben. „Das kommt aber auch ganz darauf an, was an dem Dach zu beanstanden ist. Aber genau das macht mir auch den meisten Spaß. Den Sachen nachzugehen, finde ich spannend.“
Seinen Dachdecker-Kollegen , denen er mit seiner Tätigkeit als Gutachter mitunter auch mal Probleme bereiten kann, bringt er aber viel Verständnis entgegen. „Die Fachregeln ändern sich ständig und die Anforderungen werden ebenso sehr oft angepasst. Das kann man neben der täglichen Arbeit auf den Dächern nicht alles wissen und macht zwangsläufig auch mal Fehler“, erklärt der 41-Jährige.